Herzlich willkommen

im Kontext

des großen Ganzen!


Ob im Familienleben, in der Partnerschaft oder im Arbeitsverhältnis oder ob es die Weltgemeinschaft und den Umgang mit der Natur betrifft, 

diese Bücher helfen Dir weiter!

Winterzeit ist Lesezeit und mindestens ein hilfreiches Buch gehört ins Bücherregal! Ich wünsche Dir eine informationsreiche Lektüre und neue Erkenntnisse, die Dich zum Nachdenken und  UMDENKEN  veranlassen mögen! 

LEBEN

 was ich wirklich will

persönlich und global 

Wie beeinflusst unsere Umwelt unser Dasein und was kann ich daraus lernen? Warum bin ich so, wie ich bin? Worauf kommt es an? Was ist wesentlich? Was macht krank? Warum gerade ich? Was ist möglich? Wie oft stellen wir uns Fragen nach der Sinnhaftigkeit unseres Lebens und spüren eine ungute Mischung aus Enttäuschung, Mutlosigkeit und Ungeduld, die sich in uns breitgemacht hat. Doch wir haben immer die Möglichkeit neu zu starten! Alles, was uns geschieht, ist kein Zufall. Unsere menschliche geistige Haltung aus Vorurteilen, Missverständnissen, verschütteten Erinnerungen, früheren Verletzungen, Erfahrungen und unseren Gewohnheiten,  bestimmen unsere Welt, unsere Beziehungen, Erfolge und Misserfolge, unser Glück und Elend, unser Leiden, unsere Krankheiten und Unfälle – letztlich die Qualität unseres Lebens. 

Wir leben in einer Welt, die wir uns selbst gemacht haben. Auch Krankheiten sind Signalfunktionen zur Lebensoptimierung. Mit diesem Buch hoffe ich, Ihre Nachdenklichkeit über die kleinen und großen Zusammenhänge zu wecken, in die wir alle eingebunden sind, um ein erfülltes bewusstes Leben zu leben, in dem wir uns als angenommen und geborgen erleben. 

Wenn Sie bereit sind, Ihr Leben wirklich zu ändern, dann treffen Sie als Zeichen Ihrer Wertschätzung für sich selbst eine klare Entscheidung und holen Sie sich den Motivationskick für ein Leben, das Sie wirklich leben wollen:   - JETZT! 

UMDENKEN

Von der  
Wohlstandsgesellschaft
zur Notstandsgesellschaft?

Was braucht es für eine funktionierende Gemeinschaft? Was hält sie zusammen, was lässt Gemeinschaften scheitern? Wie lösen wir Konflikte? Wie steht es um unsere Ziele?  In welcher Gesellschaft wollen wir gemeinsam leben? Wie können wir das individuelle und gesellschaftliche Wohlergehen maximieren? Ist Wohlstand für alle eine Illusion?

In jedem Fall haben wir Grenzen überschritten, die zu überschreiten uns als Menschen schlicht und einfach nicht zusteht! 

Wir müssen UMDENKEN!

Die Auseinandersetzung mit den Grundthemen unseres Lebens ist Grundvoraussetzung für einen tiefgreifenden Wandel in unserer Gesellschaft. Alles ist möglich, wenn ein Minimum an Veränderungsbereitschaft gegeben ist. Noch haben wir die Chance, uns neu zu orientieren, zu organisieren, zu protestieren, zu planen und zu gestalten. Noch können wir die Geburt einer neuen Gesellschaft im Schoß der alten vorbereiten. Die zentrale Frage wird sein, wie wir die große Transformation, mit der wir es in den nächsten Jahrzehnten zu tun haben, möglichst gut, effizient, nachhaltig und weise gestalten. Dafür soll dieses Buch eine Diskussionsgrundlage bieten. 

Wenn Du mein neues Buch interessant findest,  freue ich mich sehr über eine positive Rezension!
Als Dankeschön erhälts du eine kostenlose Kurzinfo über die 5 Biologischen Naturgesetze!

Wie geht Frieden?

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„Stell dir vor, es ist Frieden, und jeder geht hin!“ Mit dem Song WIR ZIEHEN IN DEN FRIEDEN ruft Udo Lindenberg zu einer neuen Friedensbewegung auf! Denn: „Utopien sind zum Vorverlegen da! - Kinder werden nicht als Rassisten und Kriegstreiber geboren, sie sind unsre Hoffnungsträger für eine friedliche Welt, die nur durch konsequente Abrüstung incl. weg mit dem ganzen Atomraketenschrott zu erreichen ist. Ich hab das Wort Abrüstung schon lange nicht mehr gehört,  aber das liegt ja auch nicht im Interesse der Rüstungsindustrie, also wozu sind Kriege da? - damit sie noch mehr ihren schmutzigen Profit machen können.“                                              (Udo Lindenberg)


Gemeinsam leben!

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Wir haben alles Wissen, alle Technologien, alle Ressourcen, 
um diese Welt im Einklang mit der Natur zu einem lebenswerten Ort für alle Menschen zu machen. 

Wir brauchen Solidarität und Kooperation, nicht den Existenzkampf in der Isolation, in dem jeder für sich arbeitet, statt füreinander!
Wir brauchen die Weisheit aus dem Leben,
geleitet aus dem Herzen und begleitet aus dem Verstand!
Wir brauchen eine internationale Plattform, die alle relevanten Akteure, Universitäten und Gemeinden, Entscheidungsträger vor Ort miteinander vernetzt und deren Visionen und bestehende Lösungen strategisch bündelt und weltweit in Aktion bringt.

Die Zukunft wird so, wie WIR sie gestalten!

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Bürgerbeteiligung 2.0

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Dieses Video der Wissensmanufaktur

ist absolut sehenswert!

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Solange die Menschheit so primitiv ist, sich völlig vom Geld abhängig zu machen, wird sie von kriminellen Zombie-Konstrukten kontrolliert werden.

Bei genauem Hinsehen hat es bereits längst begonnen: Wirtschaftlicher Wohlstand ohne geistige Entwicklung des Menschen wird in Zukunft nicht möglich sein. Ohne in Demut und Dankbarkeit die Gesetze der Natur zu respektieren werden wir die Frage nicht beantworten können, wozu wir hier auf diesem Planeten sind. Wir müssen uns als Mensch wieder selbst entdecken, um unseren Lebenssinn zu finden. Unsere Krisen sind die Chance für geistiges Wachstum.

Der Mythos vom besser sein

(Auszug aus meinem Buch: UMDENKEN)

 

Nach Artikel 5 unseres Grundgesetzes sind Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit Errungenschaften der modernen Demokratie. Wir können uns in unseren Handlungen und Entscheidungen frei fühlen. Aber diese Freiheit hat auch ihren Preis, weil sie zur Radikalisierung beitragen und damit die Gewaltbereitschaft erhöhen kann, indem zum Beispiel Rassismus als Kampfbegriff verwendet wird.
 
Der Begriff „Rasse“ ist seit dem Rassenwahn im Nationalsozialismus und seinen völkermörderischen Exzessen historisch belastet. Auch wenn die Menschen überall auf der Welt unterschiedlich aussehen – so etwas wie „Menschenrassen“ gibt es nicht. Es ist erwiesen, dass wir uns genetisch zu 99,9% gleichen. Die genetischen Unterschiede zwischen zwei Bevölkerungsgruppen sind klein im Vergleich zu den Unterschieden zwischen zwei Einzelpersonen. Es existiert also nur eine menschliche Spezies: die des Homo sapiens. Dieser entwickelte im Laufe der Zeit weltweit unterschiedliche Mutationen des gemeinsamen Erbguts.

Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert betrieben die Europäer einen schwunghaften Sklavenhandel. Sie rissen rund 30 Millionen Menschen aus ihren Familien und Gemeinschaften, verschleppten sie und beuteten sie aus. Die enteigneten Territorien erklärten sie zu ihren Kolonien, die sie ausplünderten. Die europäischen Kolonialherren unterwarfen und vertrieben die einheimischen Bevölkerungen. Sie waren von ihrer Überlegenheit fest überzeugt. Als sogenannte „bessere Rasse“ maßten sie sich an, den Ureinwohnern Fortschritt zu bringen und den „richtigen“ Glauben zu vermitteln.

Dass wir heute in einem geordneten demokratischen Rechtsstaat leben, in dem unsere zentralen Rechte in der Verfassung gut gesichert sind, verdanken wir überwiegend den Philosophen der Aufklärung, die als Revolution gegen die Herrschaft des Klerus entstand, der seine vermeintlich von Gott gegebene Macht nur dazu ausnutzte, die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen. Im 17. und 18. Jahrhundert entwarfen Thomas Hobbes, Voltaire, Jean-Jacques Rousseau und Immanuel Kant die Grundlagen eines staatlich geschützten friedlichen Zusammenlebens. Die Aufklärung hat jedoch nicht gehalten, was sie versprach. Die umfassende Durchsetzung und Verwirklichung dieser Rechte führte zu einer der Paradoxien der Aufklärung: In einer Zeit, in der man erstmals in der Geschichte den Anspruch einer universalen Menschheit formulierte, bedienten sich vor allem die Profiteure des Kolonialismus: Nur, indem man „die anderen“ als Angehörige einer minderwertigen Rasse betrachtete, die eigene Gruppe dabei gleichzeitig zum Maß aller Menschen machte, ließen sich Entrechtung, Sklaverei und sogar Völkermord vor dem Menschen der Aufklärung bemänteln. Dieses Denken wirkte letztendlich noch bis in unsere Zeit weiter: Die Nationalsozialisten steigerten die überlieferte Rassenideologie in einen Rassenwahn. Um jeden Preis galt es, das eigene, sogenannte „arische“ Volk reinzuhalten und vor den schädlichen Einflüssen anderer Menschenrassen, insbesondere der Juden, zu schützen. Auch die Aufklärung hat ein solch negatives Menschenbild nicht überwinden können. Der heutige Mensch ist weder aufgeklärt noch mündig. Auch heute noch können sich manche, einer vom Rassebegriff abgeleiteten Ideologie des Rassismus nicht entziehen. Dieser Virus nistete sich ein, wuchert und bestärkt diejenigen Menschen, die ein besonderes Interesse daran haben, ihre jeweiligen Privilegien und Besitzstände zu sichern und ihre gewohnten Denkmuster und Verhaltensweisen nicht in Frage stellen zu müssen. Manche nationalistischen und rechten Verschwörungstheoretiker gehen so weit, dass ihre Weltanschauung eine Lizenz zum Töten rechtfertigt. Gezielte Angsterzeugung lässt die Menschen nicht mehr klar denken. In der Folge findet ein schleichendes Verschieben von Akzeptanzgrenzen statt. Dagegen müssen wir rebellieren.
 
Das Problem liegt in der Exklusion bestimmter Menschen, denen diese Rechte nicht zuerkannt werden. Obwohl sich nationalistische, imperialistische, sexistische oder rassistische Herrenklassen üblicherweise immer als Repräsentanten der gesamten Menschheit verstehen, definieren sie sich mehr oder weniger über den Ausschluss vermeintlich minderwertiger Untermenschen. Hass braucht Vorurteile, Ressentiments und Assoziationsketten. Biologische „Erkenntnisse“ werden gesucht und gefunden und dienen zur Begründung, dass angeborene Triebe und Instinkte das Verhalten von Menschen bestimmen, dass es „bessere“ und „schlechtere“ Menschen gibt, dass der Kampf um das Dasein ein Naturgesetz ist und minderwertige Individuen oder gar „Rassen“ deshalb keine Lebensberechtigung haben. Solche und ähnliche, aus dem letzten Jahrhundert stammende Vorstellungen haben sich in allen Bereichen unserer Gesellschaft festgesetzt. Derartige biologische Begründungen zur Durchsetzung bestimmter Interessen liefern die Gründe dafür, dass unsere gegenwärtige Welt so ist, wie sie ist. Wenn wir wissen, wie sehr der Herdentrieb von Menschen in mächtigen gesellschaftlichen Strukturen beeinflusst werden kann, deren wirklichen Interessen durch Propaganda erfolgreich vertuscht werden, wird uns bewusst, welche Macht ideologische Informationen und selbst ernannte Führungspersonen besitzen. Das Phänomen des Rassismus dient auch heute noch vielen Interessen. Gerade in Krisenzeiten haben sie Hochkonjunktur. Auch wenn sich das sprachliche Gewand ändert, befördert durch das Konkurrenzdenken in unserer Wohlstandsgesellschaft, welches längst alle Lebensbereiche erfasst hat, führen wachsende Ängste dazu, dass rassistische Ausgrenzungen eher zunehmen als abnehmen. Rassistische Milizen rüsten auf. Kann es sein, dass die Chancen der kollektiven Torheit in unserer angeblich aufgeklärten Zeit noch größer sind als jemals zuvor?

Der Mensch ist evolutionsgeschichtlich zu einem gewissen Grad darauf konditioniert, sein Interesse auf seine Gruppe zu projizieren. Gibt es viele Schnittmengen, bei den unzähligen individuellen Wahrheiten der Menschen, entstehen daraus sowohl gemeinsame gesellschaftliche Interessen als auch ein gemeinsames Weltbild. Großveranstaltungen vermitteln übergreifende Gemeinschaftserlebnisse und ermöglichen den Ausbruch aus den Beschränkungen konkreter Lebensverhältnisse. Sie dienen im Kern einem natürlichen Bedürfnis und helfen, ein Zugehörigkeitsgefühl herzustellen, welches sich fast ausschließlich auf künstliche Werte, Ideologien, Halbwahrheiten, Anpassungen und dem Ausblenden von Problemen stützt. Massenerfahrungen beseitigen die Abstände und die Berührungsfurcht zwischen Menschen, schreibt der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Elias Canetti in seinem Buch Masse und Macht. Soziale Unterschiede werden nivelliert, soziale Konflikte treten in den Hintergrund.

Die enorme Aktivität der Energiefelder zeigt sich zum Beispiel bei Live-Konzerten oder in Fußballstadien, wenn sich Wunschvorstellungen wie in einem gemeinsamen Rausch potenzieren. Die Teilnahme ist Ausdruck des Bedürfnisses, sich von den Grenzen des eigenen Ichs zu befreien. Alles, was wir uns verbieten, was uns unbekannt und zu gefährlich erscheint, wird zum Gruppenkonsens. Das Unbewusste, also unsere Triebe, Ängste und unsere Wunschvorstellungen, kommen in großen Menschenmengen erst vollständig zum Tragen. Verstärkte Geltungssucht, die Einbildung Macht zu haben und das Hochgefühl des Eingebunden-Seins versuchen den Mangel an Selbstwert zu kompensieren. Daraus können sich eine besondere Kraft und Dynamik entwickeln. Die Energien der Einzelnen aus diesem Resonanzfeld werden potenziert, im Positiven wie im Negativen,was jedoch zum Verlust der eigenen Urteilsfähigkeit und zu „massenhafter“ Zustimmung führen kann. Die Masse will alles Nichtangepasste anpassen. Sie duldet keine „Zwischenräume“. Wir werden auf Kampf und Konfrontation eingestellt, statt auf Frieden und Kooperation. Ungeachtet der Folgen werden real schlechte, unmoralische und verletzende Vorgänge, unter dem Deckmantel des Mainstreams, verharmlost, mittels Scheuklappen ausgeblendet oder schlicht ignoriert. Arbeitskollegen („Mobbing“), gewaltbereite Fußballhooligans, Verschwörungstheoretiker, religiöse Fanatiker und Rassisten machen sich gegenseitig das Leben schwer. Die Risse ziehen sich durch Familien und Nachbarschaften.

Besonders in Krisensituationen entstehen Protestbewegungen und Teile der Bevölkerung radikalisieren sich. Beim kollektiven Unterbewusstsein fängt es an. Nicht mehr der einzelne Mensch wird in diesem archaischen, gänzlich unvernünftigen Feld gesehen, sondern die gegnerische Gruppe, der Feind, das Böse. Kollektive Feindseligkeit, politisch oder religiös motiviert, hat die Funktion, die ideologische Gruppe zusammenzuhalten und dem einzelnen eine Identität zu verleihen. Und je einflussreicher sie ist, desto größer die Durchsetzungskraft. Es setzt sich durch, wer den lautesten Krawall macht. „Flüchtlinge, bleibt, wo ihr herkommt!“ Dem „Feind“ wird in der Regel keine Chance gegeben, in einen Dialog einzutreten, um unterschiedliche Ideologien und Auffassungen von Leben auf friedliche Weise beizulegen. Wir reden beispielsweise nur noch über die Flüchtlinge, aber nicht mehr mit ihnen. Die Feindschaft erspart es, sich mit all den Dingen auseinanderzusetzen und sich zu rechtfertigen. Die eigene Art und Weise wird nicht in Frage gestellt und als Dogma unverrückbar rücksichtslos durchgesetzt. Wir müssen uns darüber klar werden, dass es desaströse Konsequenzen haben kann: Negative Gefühle und Feindschaft können über das bewertende Ego zur Kampfemotion werden. Erst kommt die Entmenschlichung des Gegners, dann die Gewalt. Die beiden Weltkriege hatten gezeigt, wozu es führen kann, wenn man absolute Werte wie Volk, Nation oder Vaterland über den eigenen Lebensentwurf stellt und blindlings in eine Katastrophe läuft. Wenn man das Interesse des Egos schürt, etwas zu erlangen oder zu erreichen, dann ist es immer bereit, Opfer zu bringen. Es spielt in der Evolution eine wesentliche Rolle für Spaltung, Trennung und Konflikte, die zwischen Menschen aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Glaubensbekenntnis, Sexualität usw. auftreten.

Die Verkürzung von vielen gesellschaftlichen Sachverhalten und Debatten führt immer wieder dazu, uns zu manipulieren und für Ideologien anfällig zu machen. Es gibt so etwas wie die Macht der Situation. Sie kann so stark werden, dass sonst verlässliche Persönlichkeitseigenschaften in den Hintergrund gedrängt werden. Nicht selten beugen sich Menschen kollektiven Phrasen und laufen einfachen Lösungsmustern, wie sie von nationalistischen Gruppierungen angeboten werden, hinterher. Man sagt und tut, was von anderen vorgegeben wird. Weil es so leicht und verführerisch ist, einfach nur mitzutanzen, jubeln die begeisterten, meist infantilen Mitglieder einer solchen Gemeinschaft lieber einem behandlungsbedürftigen paranoiden Führer zu, als sich der eigenen Verantwortung zu stellen. Sie halten den Willen des Führers für den eigenen. Der größte Unsinn wird für bare Münze genommen. Eine Realitätsprüfung findet nicht statt. Aus purer Bequemlichkeit in einem Hinnehmen von nahezu allem reduziert sich der Mensch zum abhängigen Weisungsempfänger. Die eigene Identität rechtfertigt sich aufgrund von vermeintlich positiven Merkmalen der eigenen Gruppe. Der „Gruppengeist“ erzeugt eine besondere Magie, die Menschen zu einem zwanghaften Verhalten und unreflektierten Mitmachen verführen kann, was von einigen bewusst genutzt wird, denn die Masse braucht einen Führer, der sie von Unsicherheit und Zweifel befreit, auch wenn es noch so absurde Behauptungen sind. Wir fühlen uns durch scheinbaren Wissensvorsprung oder Machtfülle wehrlos. Diese tiefenpsychologischen Manipulatoren erlangen eine derartige Überzeugungsmacht, dass Millionen von Menschen einer von Herrschsucht getriebenen Strategie folgen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Wer manipuliert wird und verängstigt ist, macht sich nicht nur abhängig, sondern auch erpressbar und gefügig.
 
Wie leicht Volksmassen verführt und manipuliert werden können, zeigt die Geschichte und ihre messianischen Gestalten wie Nero, Napoleon, Stalin, Hitler, Mao Tsetung, Gaddafi und andere. Wie ein Funke kann eine geradezu magische Kraft vom entschlossenen furchtlosen Einzelnen auf ganze Gruppen oder sogar Massen von Menschen überspringen und sie zu schicksalsentscheidendem Verhalten mitreißen: jeder, der nicht dazugehört, wird als feindselig und minderwertig abgestempelt. Als übles Beispiel aus der Vergangenheit wähnte sich die Gruppe der religiösen Fanatiker, der Arbeiterklasse, der Weißen oder der Arier als Herrenmenschen moralisch höherstehend und gab ihr ein Gefühl der Macht, das sich bis heute in unsere Zeit fortsetzt.
„Warum folgt man der Mehrheit? Etwa, weil sie mehr Vernunft hat? Nein, sondern weil sie mehr Macht hat.“ (Blaise Pascal (1623 - 1662), französischer Religionsphilosoph und Naturwissenschaftler, Begründer der Wahrscheinlichkeitsrechnung.)

Hüten wir uns vor fragwürdigen Dogmen und Ideologien und den Menschen, die Angst schüren, Menschen bedrohen, anonyme Briefe schreiben, Feuer legen, Gebäude anzünden, Hassparolen grölen und Leid verbreiten. Wenn man radikalem Fundamentalismus gegenübersteht, kann Toleranz zu einer tödlichen Gefahr werden, die sich gegen jeden richtet, der tolerant ist. Die gesellschaftlich so wichtige Funktion menschlicher Kommunikation des Miteinanders entwickelt sich somit eher in das Gegenteil, in ein Gegeneinander, zur Polarisierung und zur Spaltung, statt zur Chance eines friedlichen Miteinanders. Im Rahmen der zurzeit herrschenden Konzeption der Globalisierung ist eine Existenz des Individuums und von eigenständigen Völkern und Indigenen offensichtlich nicht vorgesehen. Die Herabwertung von Menschen aus anderen Kulturen kommen aus tiefsitzenden Trieben. Sie entspringt meist einer Manipulationserfahrung in der eigenen persönlichen Biografie, die irgendwann in der Vergangenheit traumatisch erlebt worden war. Ein Mensch, der seine Konflikte verarbeitet hat, muss nicht mehr emotional rebellieren.
 
Der Schutz und die Teilhabe von Minderheiten sind eine essenzielle politische Aufgabe, weil sie schlimme Ausgrenzungserfahrungen gemacht haben. Wir brauchen eine konzertierte weltweite Bewegung, um die systematische Unterdrückung zu beenden. Wegschauen ist keine Option! Diese Themen betreffen uns alle, denn wir alle wollen in einer offenen, nicht-rassistischen, sozialen, gerechten Gesellschaft leben, von der alle Gruppen einer Weltgemeinschaft profitieren. Wir müssen uns gemeinsam von diesem hässlichen historischen Ballast befreien und Frieden und Wohlstand an seine Stelle setzen. Wir sollten einen Raum für Handlungsmöglichkeiten schaffen, der uns ermöglicht, andere Lösungsmöglichkeiten zu erkennen, statt blind zu reagieren. Üben wir uns in jeglichem Gewaltverzicht und halten uns frei von fanatischen Fixierungen! Der schwindende notwendige Schutz von Minderheiten sowie von Meinungs- und Versammlungsfreiheit, die abnehmende Toleranz und die zunehmende Verengung des Meinungsspektrums ist sehr gefährlich.
 
Fragen wir uns: Was kann ich tolerieren? Welche Erfahrungen habe ich bisher im Leben gesammelt? Wo befindet sich eine rote Linie? Wo geht es nicht mehr nur um Meinungen, sondern um Abwertung oder Rassismus? Wir müssen uns frei machen von allen Unterscheidungen bezüglich Farbe, Glaube, Begrenzungen, Beschränkungen und Nationalitäten. Es bedarf der Anerkennung des anderen als gleichberechtigtes Gegenüber. Das Individuum ist ein hohes Gut. In seiner Verschiedenheit ist jeder von Gott gewollt. Sehen wir den Nächsten als einen Teil von uns, dann wird es uns auch möglich sein, ihm Verständnis und Toleranz entgegenzubringen, nicht Duldung oder sogar Unterwürfigkeit. Verständnis ja, jedoch kein blindes Vertrauen und kein Kuschelkurs! Toleranz darf nicht in Grenzenlosigkeit ausarten. Falsch verstandene Toleranz führt zu Unterwerfung. Wahre Toleranz wird ihre Grenze an der Intoleranz finden. Geben wir dem anderen die Chance, seine Vertrauenswürdigkeit zu beweisen. Der „Fremde“ muss verstehen, dass Vertrauen ein Geschenk ist, das er nicht einfordern darf. Er kann nur durch sein Verhalten zeigen, dass er es verdient. Jedem blind zu vertrauen, wäre töricht. Und doch gilt es auch umgekehrt, dass unser eigenes Misstrauen postwendend auch Misstrauen weckt.
 
Können wir als Gesellschaft unsere Ängste loslassen und unsere rigide Skepsis sein lassen, die wir mit den Trugbildern unserer Erinnerungen und den Gewalttätigkeiten der Vergangenheit und Gegenwart verknüpfen? Es ist höchste Zeit, dass sich viele Menschen darüber bewusstwerden, was derzeit geschieht. Schweigen wir nur, um nicht aufzufallen? Und ist es nicht manchmal doch besser, still zu sein? Unser Schweigen ist kein Lebenszeichen von demokratischer Kultur und Diszipliniertheit, sondern ist Feigheit vor dem Feind. Wer schweigt, stimmt zu. Wir dürfen keine Ausreden tolerieren und uns nicht mit dem Versagen und der Schwäche der Gesellschaft solidarisieren. Das ist nicht förderlich für Autonomie und macht fremdbestimmt, abhängig und süchtig.
Was passieren kann, wenn wir nicht Standpunkt beziehen und keinen Widerstand leisten, machen uns folgende Worte des Theologen Martin Niemöller[i] eindrucksvoll klar:
"Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte."

Befreien wir uns von unserer Trägheit und inneren Mutlosigkeit, die uns lähmen. Nur gemeinsam können wir verhindern, dass Menschen in der Gleichgültigkeit unserer Welt untergehen! Kümmere ich mich um sie? Bin ich bereit, für sie in die Bresche zu springen und mich für sie einzusetzen? Natürlich ist es bequemer, wegzuschauen, statt die Verantwortung für Leben zu übernehmen. Das ständige Zurückweichen, ängstliche Rücksichtnahme oder gar die Abgabe meiner Kompetenz führen jedoch nicht weiter, sondern macht uns zu Abhängigen von anderen. Möchten wir nicht alle frei sein von diesen Fehlgeburten menschlicher Entwicklung, die Verlierer und Sieger, Sklaven und Herren hervorbringt?

Für mich ist es unverständlich, dass man offensichtlich heute so viele Probleme hat, etwas zu bekennen und seine Meinung tolerant zu vertreten. Ich persönlich freue mich immer wieder, wenn ich mit Menschen unterschiedlichster Weltanschauung ein gutes Gespräch führen kann, sofern es nicht in Gefahr gerät, fanatisch zu werden. Oft erfahre ich, was den andern bewogen hat, so zu denken, wie er jetzt denkt, und des Öfteren sind es auch Missverständnisse. Ich lerne aber auch, über mich selber nachzudenken, ob meine Denkweise nicht zu starr und selbstgefällig geworden ist. Neue Erfahrungen, andere Sichtweisen, auch ein bisschen Gegenwind – all das bereichert eher meinen Horizont. Wenn allerdings die Krisen der Welt zunehmend durch die Brille nationalistischer Interessen gesehen werden, wird es schwierig für einen ehrlichen Austausch von Meinungen und Argumenten. Die natürlichen Regulationsmechanismen von Kooperation und Kommunikation und Kreativität im Miteinander kommen zum Erliegen. Damit operieren Populisten, die von Flüchtlingen wie von einer Naturkatastrophe sprechen, indem sie Begriffe wie Flüchtlingswelle oder Flüchtlingstsunami in die Welt setzen, vor Überfremdung warnen, diese Menschen als Parasiten und Schmarotzer bezeichnen und Hass-Feeds posten.
Verstehen wir unter Toleranz nur blindes Dulden, desinteressiertes Wegschauen oder Überheblichkeit? Eine ausgebeutete Erde und Flüchtlingsströme werden uns zwingen, die Werte unserer Gesellschaft auf den Prüfstand zu stellen: Immer deutlicher wird am Beispiel der Flüchtlinge, dass wir in einer paradoxen Gesellschaft leben, die Flucht und humanitäre HelferInnen stellenweise in einer großangelegten Schmutzkampagne diskreditiert und dabei von der Egozentrik unserer Wohlstandsgesellschaft ablenken will. Die Doppelmoral der europäischen/westlichen Staaten ist unerträglich und zeigt, wie tief Rassismus im politischen Denken und Handeln verankert ist, wie sehr der Wert eines Menschenlebens an die Hautfarbe gekoppelt ist. Menschenrechte müssen für alle gelten!

Toleranz ist die Art und Weise, wie ich mit der Differenz umgehe. Wirkliche Aufgeschlossenheit erfordert von den Menschen Mitgefühl und Empathie, sich selbst und den anderen in seiner Andersartigkeit zu respektieren, um unsere wechselseitige Abhängigkeit zu verstehen. Eine notwendige Bedingung für Respekt ist Offenheit, Zuwendung, Klarheit und Aufmerksamkeit. Wir müssen fähig sein, uns in die Situation eines anderen Menschen hineinzuversetzen, um zu spüren, was der andere empfindet, um zu dem, was er denkt, in Beziehung treten zu können. Es geht darum, im Respekt für die andere Position die Differenz auszuhalten, statt im Sinne von besser und schlechter zu werten. Wir sind anderen nicht überlegen und keiner steht unter uns! Wie viel Wertschätzung und Respekt schenken wir unserem Gegenüber und unserer Umwelt? Wie tolerant sind wir wirklich?

Richtig verstandene Toleranz, die über pure Duldung hinauswächst, trägt immer ein aufrichtiges Versprechen in sich und hat die Aufgabe, ein soziales Miteinander zu sichern. Es ist das Versprechen, dass ein Miteinander scheinbar konträrer Geisteshaltungen und Lebensauffassungen möglich ist, auch unter dem Aspekt einer zivilisierten Kritik. Auch wenn wir sehr unterschiedlicher Meinung sind und uns an einem Thema reiben, die Beziehung an sich ist nicht bedroht. Das ist eine sehr wichtige Erfahrung auch für Kinder, die sie im besten Fall von den Eltern lernen können. Ich achte und respektiere deine Meinung und erwarte im Gegenzug auch von dir, dass du meine Meinung respektierst. Somit ist wirkliche Toleranz keine Einschränkung, sondern eine Einladung für ein frei bewusstes und selbstbestimmtes Zusammenleben.

Viele aktuellen Konflikte basieren auf der enormen Vielfalt von Nationalitäten, Religionen und Kulturen. Sie zwingen uns zu Entscheidungen. In der auf unsere Kultur einströmenden Vielfalt liegt die Herausforderung, diese nicht nur zu erdulden (aus dem Lateinischen: „tolerare“ = erdulden, erleiden) und nicht nur von Toleranz zu sprechen, sondern sie im Miteinander unterschiedlich gewachsener Kulturen tatsächlich spürbar umzusetzen. Wir könnten in Frieden leben, wenn wir endlich die unbegründete Ausgrenzung von Menschen, die anders sind als die Norm beenden. Wollen wir ernsthaft anderen das Recht auf einen Platz in dieser Welt streitig machen, nur weil sie eine andere Hautfarbe haben, wenn wir über Zuwanderung als große Bereicherung reden, aber zugleich genau darauf achten, dass die eigenen Kinder eine Schule besuchen, in der sie mit anderen Kulturen nur im Literatur- oder Kunstunterricht Bekanntschaft machen?
Mein Eindruck ist, dass die Welt unter einem globalen Angstsyndrom leidet, die Angst vor den Fremden, die Angst vor anderen Religionen. Fremde können jedoch sehr bereichernd sein, weil sie Unbekanntes, Überraschendes mit sich bringen. Sie können auf Dinge aufmerksam machen, die wir selbst nicht mehr wahrnehmen, weil wir „betriebsblind“ sind. Sie animieren uns, über den Tellerrand hinauszuschauen. Ungeachtet der Ethnie, der Hautfarbe oder des Geschlechts müssen wir lernen, anderen Kulturen zu vertrauen und ein universelles Miteinander entwickeln, das aus der Vernunft und dem Herzen kommt. Obwohl wir uns in vielerlei Hinsicht unterscheiden, sind wir doch alle eine Familie. Die Begrenzungen, Landesgrenzen, Gesellschaftsschichten und Religionsgemeinschaften wurden von Menschen geschaffen. Gott hat es niemals gewünscht. Wenn wir es schaffen, über die einschränkenden und oberflächlichen Etikettierungen hinwegzusehen, beginnen wir uns mit anderen als Menschen zu verbinden, und wir werden uns der unterschiedlichen Perspektiven auf das Leben bewusst und integrieren sie, ohne uns bedroht zu fühlen oder das Bedürfnis zu haben, die Perspektive des anderen zu leugnen. 
Der Friedensaktivist David Genadi, beschreibt den Kern einer solchen Lösung so: „Das Konstrukt des Feindbildes bricht, wenn ich einen Menschen berühren kann, spüren kann, die Menschlichkeit in mir gespiegelt sehe, wie die andere Person leidet an der Situation. Ohne zu werten, wer mehr, wer weniger - sondern den anderen einfach als Mit-Mensch anzuerkennen.Das ist die Öffnung für Freundschaften, die entstehen, wo ganz neue Kraft draus geschöpft werden kann. Wir können beginnen, Vertrauen und Hoffnung aufzubauen.“
 
 


[i]Emil Gustav Friedrich Martin Niemöller – deutscher evangelischer Theologe und Widerstandskämpfer (*14. Januar 1892 in Lippstadt; † 6. März 1984 in Wiesbaden) war eine Leitfigur des christlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Zusammen mit anderen Pastoren gründete er 1934 die "Bekennende Kirche" und wurde dafür von 1937 bis 1945 in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau interniert. Niemöller war Pazifist und einer der prominentesten Vertreter der bundesdeutschen Friedensbewegung in den 80er Jahren.